DER GARTENTIPP DES MONATS OKTOBER 2026
Laubkompost richtig anlegen
Laub ist ein wertvoller Rohstoff für den Garten, denn es liefert humusreiche Erde. Allerdings zersetzen sich die Blätter unterschiedlich schnell: Weiches Laub von Obstbäumen, Ahorn oder Linde verrottet rasch – meist innerhalb eines Jahres. Hartes, gerbsto reiches Laub von Eiche, Kastanie oder Walnuss braucht deutlich länger, oft zwei bis drei Jahre. Damit die Rotte gelingt, wird das Laub mit sticksto reichen Materialien wie Rasenschnitt, Hornspänen oder etwas Gartenerde vermischt. Zerkleinern, anfeuchten und mit Jute oder Vlies abdecken, beschleunigt den Prozess zusätzlich. Regelmäßige Kontrolle verhindert Austrocknung. Nach 12–24 Mona ten entsteht ein lockerer Laubkompost. Ideal als Bodenverbesserer für Staudenbeete, Gehölze und Schattenp anzen wie Farne oder Hostas. Für Gemüsebeete ist er weniger geeignet – hier besser mit reifem Gartenkompost mischen.
Frisches Gemüse auch im Winter ernten
Wer im Herbst noch aktiv wird, kann sich den ganzen Winter über frisches Gemüse aus dem eigenen Garten sichern. Besonders gut für die Aussaat im September eignen sich robuste Kul turen wie Feldsalat, Spinat, Rucola, Petersilie und Winter-Erbsensprossen. Sie keimen auch bei kühleren Temperaturen und wachsen zuverlässig weiter. Teilweise kann auch Mangold noch erfolgreich angebaut werden. Jetzt ist außerdem die ideale Zeit, Knoblauch zu stecken. Die Zehen überwintern im Beet und können im kommenden Jahr geerntet werden. Viele Gemüsesorten, die bereits im Sommer oder Frühherbst gep anzt wurden, liefern sogar während der kalten Jahreszeit frische Ernte. Dazu zählen Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing, Pastinaken und Steckrüben. Mit der richtigen Auswahl wird das Beet oder Hochbeet so auch im Winter zur Vorratskammer und versorgt die Küche bis ins Frühjahr mit frischem, vitamin reichem Gemüse.
Heimische Gehölze für Hecken
Heimische Wildgehölze sind besonders wertvoll für unsere Tierwelt. Sie bieten Vögeln Schutz und Nistmöglichkeiten, ihre Früchte dienen als Winterfutter und ihre Blüten liefern Nektar und Pollen für Bienen sowie andere Bestäuber. Auch viele Käfer, Raupen und weitere Insekten nutzen ihre Blätter als Nahrung. Deshalb sind angefressene Blätter kein Makel, sondern ein Zeichen dafür, dass die P anze ökologisch wirksam ist. Exotische Gehölze werden dagegen oft kaum genutzt und tragen daher deutlich weniger zur Artenvielfalt bei. Bei Zuchtformen sollten ungefüllte Blüten bevorzugt werden, damit Insekten an Nektar und Pollen gelangen. Für Hecken eignen sich schnittverträgliche Arten wie Liguster, Kornelkirsche, Heckenkirschen, Hainbuche, Stechpalme oder Berberitze, die zugleich wertvollen Lebensraum schaffen.
Laub und Reisig: Natürliche Winterquartiere im Garten
Ein naturnaher Garten darf im Herbst und Winter ruhig etwas unordentlich wirken. Laub, Äste und verblühte P anzen bieten vielen Tieren wichtige Überwinterungsplätze und sind zugleich wertvolle Ressourcen für den Garten. Besonders die Laubschicht dient zahlreichen Insekten als Schutz. Unter Sträuchern und Bäumen kann das Laub daher liegen bleiben. Auf Rasen ächen und immergrünen Stauden sollte es jedoch entfernt werden, damit die P anzen ausreichend Luft und Licht erhalten. Das gesammelte Laub eignet sich hervorragend zum Mulchen kahler Beete und schützt den Boden vor Witterungsein üssen. Auf Laubsauger und Laubbläser sollte möglichst verzichtet werden, da sie viele Kleinstlebewesen schädigen. Im Frühjahr kann das Laub kompostiert werden. Aus überschüssigem Laub und Reisig lässt sich zudem ein Haufen anlegen, der Igeln, Erdkröten und anderen Tieren als Winterquartier dient. Dieser sollte bis Ende April ungestört bleiben
DER GARTEN IM OKTOBER © Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V., Oktober 2025, Fotos: BKD, Text: S. AUGUST u. S. v. Rekowsk
Bauen im Kleingarten
» Bauen macht Spaß. Es locken Gewächshaus, Gerätekiste, Kinderspielhaus, aufblasbarer Swimmingpool oder Umbauten an der Laube. Fordert der Vereinsvorsitzendeden Rückbau solcher Maßnahmen, gibt es großes Zähne-knirschen, da Geld und Arbeit bereits investiert wurden. Warum achtet Ihr Vorstand so streng auf die Baulichkeiten? Dies ist kein Gängelei, sondern das Einhalten rechtlicher Vorschriften. Bauliche Vorschriften gibt es in Deutschland für alle Flächen. Ist ein Grundstück z. B. im Bebauungsplan für Einfamilienhausbebauung ausgewiesen, kann es nur mit Einfamilienhäusern und nicht mit Geschosswohnungen oder Gewerbeflächen bebaut werden.
» Ebenso gelten Bauvorschriften im Kleingarten. Kleingärten sind Grünflächen. Nach Bundeskleingartengesetz darf die Parzelle nur mit einer Laube bis 24 m2 umbauter Fläche bebaut werden. Für einige Lauben gibt es gesetzlichen Bestandsschutz. Dafür ergibt sich der Pachtzins nicht aus Angebot und Nachfrage — wer den höchsten Preis bezahlen kann, erhält einen Garten — sondern ist sozial verträglich an der Nutzungsart „Grünfläche“ festgesetzt.»
Kleingartenflächen sind gepachtetes Land. Der Verein als Zwischenpächter ist als Vertragspartner des Grundstückseigentümers (Stadt Saarlouis) verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die baurechtlichen Vorschriften auf den Parzellen eingehalten werden.
» Bevor Sie umbauen, schauen Sie in Ihren Pachtvertrag, die Vereinssatzung, die Gartenordnung — oder besser noch — fragen Sie Ihre Vereinsvorsitzende. Das spart Frust, Ärger und unnötige Geldausgaben für Baulichkeiten, die später mit neuem Geldaufwand rückgebaut werden müssen.
Und vergessen sie eines nicht: Jedes schlechte Beispiel in der Anlage findet Nachahmer und führt zu Unfrieden im Verein.
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG)
Hochbeete setzen sich in unserer Kleingartenanlage immer mehr durch. Sie bieten viele Vorteile.