DER GARTENTIPP DES MONATS AUGUST 2026

Blumen für das nächste Jahr aussäen

Juli / August ist ein guter Zeitraum, um Blumen für das kommende Jahr auszusäen. Viele Arten wie Ringelblumen, Kornblumen oder Jungfer im Grünen können direkt ins Beet gesät werden. Wichtig ist, den Boden vorher zu lockern und die Saat bei trockenem Wetter regelmä ßig zu wässern. Für Blumen mit längerer Entwicklungszeit emp ehlt sich die Vorkultur. Dabei werden die Samen in kleine Töpfe oder Aussaatschalen mit Anzuchterde gesät und zunächst an einem hellen, geschützten Ort kultiviert. Stauden wie Stockrosen, Fingerhut oder verschiedene Glo ckenblumen können so bis zum Spätsommer kräftige Jungp anzen bilden. Sobald die P anzen ausreichend entwickelt sind, werden sie im Spätsommer oder Herbst ins Beet oder in Kübel gesetzt. So scha en Sie nicht nur farbenfrohe Blüteninseln für das nächs te Jahr, sondern bieten auch wertvolle Nahrung für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber. 

 

Heiß und trocken – was tun?

Heiße und trockene Sommer stellen viele Gärten vor Herausforderungen. Damit die Feuchtig keit länger im Boden bleibt, sollten Beete gemulcht werden – zum Beispiel mit Rasenschnitt, Laub oder gehäckseltem P anzenmaterial. Auch die Flächenkompostierung direkt auf den Beeten verbessert die Wasserspeicherung. Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln spart wertvolles Trinkwasser. Ollas – einge grabene Tongefäße – geben Wasser gezielt an die P anzenwurzeln ab. In Hanglagen helfen kleine Terrassen, damit Regenwasser besser versickern kann. Emp ndliche P anzen pro tieren an Hitzetagen von einer leichten Beschattung durch Vliese, Schattiernetze oder höhere Nachbarp anzen. Auch Gewächshäuser sollten regelmäßig kon trolliert und gut gelüftet werden, denn dort können die Temperaturen schnell kritisch anstei gen. So bleibt der Garten auch in Trockenperioden widerstandsfähig und gesund

 

Zecken vorbeugen – Natur erhalten

Zecken bevorzugen feuchte, schattige Bereiche mit hohem Gras, dichter Vegetation und Laub. Werden Wege, Sitzplätze und andere häu g genutzte Gartenbereiche regelmäßig gemäht, von Laub befreit und angrenzende Sträucher zurückgeschnitten, kann der Boden schneller abtrocknen. Dadurch nden Zecken dort weniger günstige Lebensbedingungen und Versteck möglichkeiten. Naturnahe Strukturen wie Wildblumenwiesen, Hecken sowie Totholz-, Laub- oder Reisighaufen können dennoch in weniger genutzten Gartenteilen erhalten bleiben. So lässt sich das Zeckenrisiko in Aufenthaltsbereichen reduzieren, ohne auf wertvolle Lebensräu me für P anzen und Tiere zu verzichten.

 

Heuschrecken im Hochsommer

In Deutschland sind 82 Heuschrecken- und Fangschreckenarten etabliert. Die Hälfte von ihnen gilt laut Roter Liste als gefährdet. Ein häu ger Gartenbewohner ist die größte Heuschre ckenart Deutschlands: das Grüne Heupferd. Weibliche Tiere können über 4 cm lang werden. Sie werden bezirzt von den Männchen, die ihren charakteristischen Gesang durch das Anei nanderreiben der Vorder ügel erzeugen. Das Grüne Heupferd macht sich nützlich, indem es Raupen, Blattläuse und Fliegen erbeutet. Für Igel, Spitzmäuse und Eidechsen sind Heuschre cken wiederum ein gefundenes Fressen. Welche Arten im Garten vorkommen, hängt von der Region, der direkten Umgebung und der Gartengestaltung ab. Einladend sind ungedüngte, sonnige Wiesen, die nur selten gemäht werden, Hecken mit Staudensaum und abgeblühte P anzen, die stehen bleiben dürfen. 

 

DER GARTEN IM AI © Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V., Oktober  2025, Fotos: BKD, Text: S. AUGUST u. S. v. Rekowsk

 

Gießkannenparade in einem Kleingarten

Bauen im Kleingarten

 

» Bauen macht Spaß. Es locken Gewächshaus, Gerätekiste, Kinderspielhaus, aufblasbarer Swimmingpool oder Umbauten an der Laube. Fordert der Vereinsvorsitzendeden Rückbau solcher Maßnahmen, gibt es großes Zähne-knirschen, da Geld und Arbeit bereits investiert wurden. Warum achtet Ihr Vorstand so streng auf die Baulichkeiten? Dies ist kein Gängelei, sondern das Einhalten rechtlicher Vorschriften. Bauliche Vorschriften gibt es in Deutschland für alle Flächen. Ist ein Grundstück z. B. im Bebauungsplan für Einfamilienhausbebauung ausgewiesen, kann es nur mit Einfamilienhäusern und nicht mit Geschosswohnungen oder Gewerbeflächen bebaut werden.

 

» Ebenso gelten Bauvorschriften im Kleingarten. Kleingärten sind Grünflächen. Nach Bundeskleingartengesetz darf die Parzelle nur mit einer Laube bis 24 m2 umbauter Fläche bebaut werden. Für einige Lauben gibt es gesetzlichen Bestandsschutz. Dafür ergibt sich der Pachtzins nicht aus Angebot und Nachfrage — wer den höchsten Preis bezahlen kann, erhält einen Garten — sondern ist sozial verträglich an der Nutzungsart „Grünfläche“ festgesetzt.»

 

Kleingartenflächen sind gepachtetes Land. Der Verein als Zwischenpächter ist als Vertragspartner des Grundstückseigentümers (Stadt Saarlouis) verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die baurechtlichen Vorschriften auf den Parzellen eingehalten werden.

 

» Bevor Sie umbauen, schauen Sie in Ihren Pachtvertrag, die Vereinssatzung, die Gartenordnung — oder besser noch — fragen Sie Ihre Vereinsvorsitzende. Das spart Frust, Ärger und unnötige Geldausgaben für Baulichkeiten, die später mit neuem Geldaufwand rückgebaut werden müssen.

Und vergessen sie eines nicht: Jedes schlechte Beispiel in der Anlage findet Nachahmer und führt zu Unfrieden im Verein.

 

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG)

Hochbeete setzen sich in unserer Kleingartenanlage immer mehr durch. Sie bieten viele Vorteile.