Informationen der Fachberater des Vereins, Thomas Wolff, Garten 20 und Rainer Konrad, Garten119

Gut durch den Winter: -  Das ist jetzt zu tun

 

Im Dezember herrscht häufig nasskaltes Schmuddelwetter. Gerade dann aber gibt es für Gartenbesitzer einiges zu tun. Denn solange es keinen Dauerfrost gibt, ist der Dezember die ideale Zeit fürs Grobe.

Auch wenn das Wetter nicht zur Gartenarbeit einlädt, sollten Sie dennoch jetzt tätig werden, damit Ihre Pflanzen in dieser Jahreszeit nicht leiden und zu sehr an Energie verlieren. Außerdem wird die Mühe belohnt: Im Frühjahr erwartet Sie dann ein gesunder, schöner Garten, den Sie in vollen Zügen genießen können.

 

Gehölze schneiden und pflanzen

Ein milder Dezember ohne Dauerfrost ist die ideale Zeit fürs Grobe: Gehölze, deren Saft beim Schnitt im Frühjahr immer stark fließt, sollten besser bereits jetzt gestutzt werden.

 

Immergrüne auch im Winter gießen

Wann immer die Temperaturen im Plus sind und es trocken ist, sollte der Hobbygärtner die Immergrünen gießen. Denn im Winter erfrieren Gehölze meist nicht, sie verdursten. Scheint die Sonne, brauchen Buchsbaum oder Spindelstrauch Wasser, sie können aber keines aus dem gefrorenen Boden ziehen. Und: Dicke Schneedecken auf den Pflanzen sollten entfernt werden, sonst zerbrechen sie.

Winterharte Pflanzen haben allerdings meist nicht das Problem. Sie können auch längere Frostperioden unbeschadet überstehen: Diese Pflanzen können bei entsprechenden Temperaturen ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunterdrehen. Scheint jedoch die Sonne tagsüber stark auf die Pflanze, so wird der Kreislauf entsprechend hochgekurbelt. Ein starker Temperaturumschwung durch frostige Nächte kann dennoch Frostschäden hervorrufen. Mithilfe einer Mulchschicht durch Herbstlaub oder Rindenmulch kann dies verhindert werden.

 

Futterplatz für Vögel einrichten

Das ganze Jahr über suchen die verschiedensten Vögel in den Gärten nach Futter. Sobald die kalte Jahreszeit hereinbricht, wird die Nahrung aber oft knapp und Sie sollten den Vögeln ausreichend Futter anbieten.

Man kann die einheimischen Vögel grundsätzlich in Körnerfresser und Weichfutterfresser einteilen. Fink und Sperling gehören zum Beispiel zum ersten Futtertyp und freuen sich über Sonnenblumenkörner. Meisen, Rotkehlchen oder Amseln, die zu den Weichfutterfressern zählen, finden gerne Meisenknödel, Rosinen und Kleie an ihrer Futterstelle.

 

Den Gartenteich im Winter schützen

Der Gartenteich und die darin lebenden Bewohner brauchen in den frostreichen Wintermonaten besondere Aufmerksamkeit und Pflege. Spannen Sie schon rechtzeitig, bevor die Bäume in Ihrem Garten ihre Blätter verlieren, ein Netz über den Teich. So fangen Sie das Laub auf, bevor es ins Wasser fallen und zum Teichboden sinken kann. Das Laub verrottet ansonsten im Gartenteich und verunreinigt das Wasser.

Wenn es richtig kalt wird, sollten Sie die Fütterung der Teichfische komplett einstellen, sie befinden sich jetzt in der Winterruhe. Entfernen Sie nicht winterharte Teichpflanzen, wie zum Beispiel Seerosen, und überwintern Sie sie an einem frostsicheren Ort. Pumpen und Filter sollten Sie außerdem aus dem Wasser nehmen und über den Winter frostfrei einlagern. Damit das komplette Zufrieren des Gartenteichs verhindert wird, kann man Eisfreihalter über der tiefsten Stelle im Teich zu Wasser lassen. Bei kleinen Teichen kann auch schon eine ins Wasser gestellte Strohmatte helfen. Wenn die Temperaturen sehr niedrig sind, können Sie zusätzlich einen Teichheizer einsetzen.

 

Eisdecke bloß nicht einschlagen

Dass der Gartenteich zumindest in Teilen eisfrei bleibt, ist wichtig für den Austausch von Sauerstoff und Faulgasen. Sollte er aber doch einmal von einer Eisschicht bedeckt sein, muss man behutsam vorgehen. Wenn man einfach ein Loch in die Eisdecke schlägt, kommt es zu einem plötzlichen Druckunterschied im Teich und die Schwimmblasen der Fische können platzen. Sie können aber vorsichtig und langsam mit heißem Wasser ein Loch in die Eisdecke schmelzen. Am besten setzen Sie anschließend direkt einen Eisfreihalter ein, um den Teich vor erneutem Zufrieren zu schützen.

Über diese Broschüre

Was Sie in Ihrem Garten tun können, um möglichst viele knackige Früchte und leckeres Gemüse zu ernten, sagt Ihnen diese Broschüre. Monat für Monat leitet sie durch das Gartenjahr, das im März beginnt. Sie beschreibt, was jeweils zu erledigen ist, was noch ausgesät oder schon geerntet werden kann und gibt Tipps zu weiteren Gartenthemen.

 Denn nichts schmeckt besser als Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten! Was man selbst gesät, gepflanzt, gepflegt und geerntet hat, ist durch kein gekauftes Produkt zu ersetzen. Zudem hat man die Kultur in der Hand. Ob „bio“ oder „konventionell“ kann man frei entscheiden, regionaler geht es nicht und obendrein kommt man gänzlich ohne Verpackung aus.

Auf dem Weg von der Saat bis zur Ernte kann jedoch einiges schief-gehen. Die verschiedenen Pflanzen, die mal leckere Tomaten, knackigen Salat oder süße Beeren liefern sollen, haben unterschiedliche Ansprüche an Licht, Wärme, Boden, Wasser und Nährstoffe. Zudem machen sich Schädlinge und Krankheiten über die Pflanzen her. Und dann spielt noch die Zeit eine große Rolle: Wann kann welche Kultur ausgesät oder gepflanzt werden und wie lange dauert es überhaupt bis zur Ernte? Beim richtigen Timing hilft der Saat- und Pflanzkalender auf der letzten Seite.

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Mit Kompost düngen – nachhaltig gärtnern


Kompostieren macht aus Küchen- und Gartenabfällen wertvollen Dünger, versorgt Obst, Gemüse und Zierpflanzen im Garten  mit allen notwendigen Nährstoffen und hilft darüber hinaus, das Klima zu schonen.

 

Dünger aus Küche und Garten

Wer nachhaltig denkt, verwendet Dünger aus dem eigenen Garten. Hochwertige Komposterde aus der Eigenkompostierung von Küchen- und Gartenabfällen stellt die umweltfreundlichste Quelle für Dünger dar. Sie versorgt nicht nur die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen, sondern den Boden auch mit wertvoller organischer Substanz. Kompostierung schließt den natürlichen Stoffkreislauf ohne Emissionen durch Transport oder durch den Herstellungsprozess von Mineraldüngern.

 

Das Plus der organischen Düngung

Der Einsatz von Komposterde fördert nicht nur die Nährstoffzufuhr, sondern auch das Bodenleben und den Humusaufbau – genau wie Mulch oder die Hinterlassenschaften von Tieren, also Mist.  Die darin enthaltenen Bodenorganismen schaffen durch ihre Tätigkeit im Boden eine stabile, fruchtbare Krümelstruktur, der Kompost und andere organische Substanz wird langsam von ihnen abgebaut. Die Nährstoffe werden nach und nach freigesetzt und stehen den Pflanzen je nach Bedarf zur Verfügung. Auch im Fachhandel werden zahlreiche organische Dünger für den Garten angeboten, zum Beispiel Kompostpräparate, Kräuterextrakte, Regenwurmkot oder Düngemittel aus pflanzlichen Bestandteilen und Hornspänen. Wegen kurzer Transportwege sollte Dünger aus heimischer Produktion bevorzugt werden.

 

Weniger ist mehr

Kompost aus dem Garten sollte sparsam verwendet werden. Es ist ratsam, nur bei Bedarf und in Maßen zu düngen. Als Faustformel gilt, dass drei bis fünf Liter Kompost (nehmen Sie einen Küchenmessbecher zu Hilfe)  pro Quadratmeter und Jahr für Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf ausreichend sind. Starkzehrer, wie alle Kohlarten, Tomate oder Kürbis vertragen etwas mehr.

 

Klimabelastung durch mineralische Kunstdünger

Für die Herstellung synthetischer Kunstdünger werden bis zu zwei Liter Erdöl je Liter Dünger verbraucht. Doch nicht nur der große Energieverbrauch ist ungünstig, die Nährstoffe aus synthetischen Düngemitteln stehen den Pflanzen sehr rasch und in zu großer Menge zur Verfügung. Dies führt meist zu einer Überversorgung der Pflanzen, vor allem mit Stickstoff und Phosphor, was zu geilem Wachstum führt die Pflanzen schwächt und anfällig für Schädlinge macht. Überschüssiger Stickstoff wird zudem leicht ausgewaschen, wodurch das Grundwasser belastet wird, Phosphat im Boden festgesetzt, so dass er nicht mehr für die Pflanzen verfügbar ist.
 

Was darf auf den Kompost?

 

Einen Gartenbesitzer braucht man heutzutage sicherlich nicht mehr über die Vorzüge von Kompost aufzuklären. Unumstritten ist, dass

 

1.der Kompost eine sinnvolle Wiederverwertung organischer Abfallstoffe darstellt,

 

2.Kompost erheblich zur Verbesserung der Struktur des Gartenbodens beiträgt und dass

 

3.Unsere Gartenpflanzen einen Großteil ihres benötigten Nährstoffbedarfs aus dem Kompost decken können. Auch über die Kompostbereitung und die Verwendung des Kompostes als Dünger liegt dem informierten Gartenbesitzer zahlreiches Informationsmaterial vor. Fragen entstehen aber immer wieder darüber, welche Stoffe kompostiert werden können, bzw. welche nicht. Vor allem hinsichtlich der Kompostierung von kranken und mit Schädlingen befallenen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen sind die Unsicherheiten sehr groß.

 

Was kann kompostiert werden?

Grundsätzlich alle verrottbaren pflanzlichen Abfälle, die im Laufe des Jahres im Garten und in der Küche anfallen. Krautige Pflanzen (Blumen, Gemüse, Kräuter, Stauden) lassen sich sehr gut kompostieren. Laub in kleineren Mengen und samentragende Unkräuter gehören in die Mitte des Kompostes, wo die höchsten Temperaturen erreicht werden. Rasenschnitt sollte vorher angewelkt sein, sonst kommt es zu unerwünschter Fäulnis. Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kartoffeln, Kaffee- und Teesatz, Holzasche u.a. sind bedenkenlos; jedoch sind größere Mengen von behandelten Schalen von Südfrüchten zu vermeiden. Eierschalen sollten zerdrückt werden, Äste und Zweige vom Gehölzschnitt müssen zerkleinert (geschreddert) werden. Pappe, Küchen- und Zeitungspapier eignet sich ebenso wie Streu und Mist aus der Kleintierhaltung.

 

Welche Stoffe und Materialien sollten NICHT auf den Kompost?

Alle nicht umsetzbaren Stoffe wie Glas, Metall, Kunststoffe, Steine sowie schadstoffhaltiges Material wie Kohlenasche oder Straßenkehricht. Ebenso kein Buntpapier und Illustrierte. Wurzeln von Wurzelunkräutern (Quecke, Ackerwinde) verrotten sehr schlecht und sollten in die Mülltonne. Auch größere Mengen von schwer verrottbarem Laub (Walnuss, Eiche, Kastanie, Platane) kann auf den Kompost. Es muss allerdings vorher klein gehäckselt werden. Diese Laubarten können aber auch sinnvoll zum Abdecken von Baumscheiben und Sträucherrabatten verwendet werden.

Schädling oder Nützling?

Die Weinbergschnecke

Schnecken sind für viele Kleingärtner eine Plage: Sie fressen das liebevoll gepflegte Grün und knabbern das mühsam vorgezogene Gemüse an. Dabei gibt es einige Schnecken, die auch für Kleingärtner sehr nützlich sind. 

 

Die Weinbergschnecke ist ein Nützling im Garten. Da sie die Baustoffe für ihr Schneckenhaus über die Nahrung aufnimmt, liebt sie kalkhaltige Böden. Aber auch die Eier von Nacktschnecken gehören zur Nahrung der Weinbergschnecke. Zwar gehören Pflanzen auch zum Speiseplan der Weinbergschnecke, allerdings frisst sie hier meist welke und modernde Pflanzenteile, die weich und für die kleinen Tiere leicht zu verdauen sind.

Die Weinbergschnecke kann bis zu fünf Zentimeter groß werden (Gehäusegröße) und steht unter Naturschutz.

 

Sie können dem Nützling Gutes tun, indem Sie einige abgeschnittene Pflanzenteile im Garten liegen lassen.

An diesen bedienen sich die Weinbergschnecken dankend.

 

 

OBSTBAUMSCHNITT ANLEITUNG

Wer träumt nicht davon im Herbst ganze Körbe mit Äpfeln vom eigenen Baum im Garten ernten zu können?

Dieses Ziel zu erreichen ist gar nicht so schwer, wenn Sie einige Dinge beim Obstbaumschnitt beachten. Aber keine Angst, Obstbäume zu schneiden, ist keine Kunst.

Der richtige Schnitt formt nicht nur das Astwerk, sondern lenkt auch die Saftströme, fördert das Blütenreichtum und damit auch den Ernteertrag.

Der richtige Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt

Der Baum sollte in der Regel ein Mal pro Jahr beschnitten werden.

Aber wann soll man den Baum beschneiden? Über dieses Thema wurden schon viele Debatten geführt. Der richtige Zeitpunkt liegt zwischen November und April. Der Wasserfluss muss noch eingeschränkt sein und es dürfen sich noch keine Knospen gebildet haben. Am besten ist es aber, Sie warten mit dem Winterschnitt bis in den März.

Dieser Monat hat den Vorteil, dass die schwersten Fröste schon überstanden sind, die ansonsten das Gewebe unterhalb der Schnittstellen schädigen können. Jetzt ist der Baum auch in der Lage Schnittwunden durch Wachstum schnell wieder zu verschließen. Vor dem Frost wären diese Schnittstellen lange Zeit Eintrittspforten für Holzparasiten.

Eine Ausnahme bilden PfirsichAprikose und SüßkirschePfirsich- und Aprikosenbäume sollten im April oder Mai beschnitten werden, um auf die Blütenknospen zu achten. Die Süßkirsche wird im Sommer gleich nach der Kirschernte zurückgeschnitten.

Bei den anderen Obstbäumen muss das Totholz entfernt werden. Auch ältere Äste, die schon lange Früchte getragen haben, sollten entfernt werden, denn damit wird das Wachstum neuer Äste angeregt.

Und es gibt noch einen Vorteil: Das Obst an jungen Hölzern hat eine bessere Qualität.

Auch die Baumspitzen sollten immer mal wieder ausgelichtet werden, damit genügend Sonnenlicht an den unteren Bereich des Baumes gelangen kann, dies beugt Pilzerkrankungen vor und lässt das Obst besser reifen.

Eine alte Gärtnerweisheit lautet: „Einen Hut muss man durch eine Obstbaumkrone hindurchwerfen können, ohne dass er sich verfängt.“

Wichtige Hilfsmittel zum Obstbaumschnitt

 

Um Ihre Obstbäume fachgerecht zurückzuschneiden benötigen Sie eine kleine und eine große Astschere und eine Handbaumsäge. Denken Sie auch an eine Leiter oder eine Teleskopverlängerung, damit Sie nicht auf den Baum klettern müssen.

Schnittarten beim Obstbaumschnitt

Welche wichtigen Schnittarten gibt es?

  1. Formschnitt: Dieser Schnitt erfolgt bereits in der Baumschule, um die Grundform des Baumes zu erreichen.
  2. Pflanzschnitt: Er wird an wurzelnackten Gehölzen vor der Pflanzung vorgenommen, um beschädigte Wurzeln zu entfernen und das Wachstum anzureg.
  3. Auslichtungsschnitt: Ziel ist es hier, wieder Licht in das Innere der Baumkrone oder des Busches gelangen zu lassen, um Pilzerkrankungen vorzubeugen.
  4. Verjüngungsschnitt: Der Baum oder Busch wird zurückgeschnitten, damit sich das Grundgerüst neu aufbauen kann.
  5. Fruchtholzschnitt: Hierbei sollen alte Äste, die lange Obst getragen haben, entfernt werden, damit sich Jungtriebe stärker ausbilden. Durch die Fruchtholzerneuerung soll der Baum in der Ertragsphase gehalten werden.
  6. Entlastungsschnitt: Entfernt werden durch Sturm, Schädlinge oder Schneebruch geschädigte Zweige.
  7. Korrekturschnitt: Hierbei werden zu guter Letzt Wuchsfehler der Baumkrone korrigiert.

Häufigste Fehler beim Obstbaumschnitt

Der größte Fehler beim Obstbaumschnitt ist aus Angst zu viel von der Pflanze abzuschneiden, zu wenig wegzuschneiden. Dadurch entsteht das Problem, dass der Baum keine Möglichkeit hat schön zu wachsen und kräftige Zweige auszubilden.

Deshalb gilt als Regel: Ein Drittel des Triebes kann abgeschnitten werden, bei Obstbäumen sogar die Hälfte. Dabei gehen Sie mit der Astschere nicht zu zaghaft um und setzen den Schnitt immer über einer Blattknospe mit leicht schrägem Verlauf an, damit das Regenwasser besser ablaufen kann. So verringern Sie die Gefahr eines Pilzbefalls.

Ein weiterer Fehler kann bei der Wahl des Zeitpunktes entstehen. Schneiden Sie nicht bei Minusgraden die Pflanze zurück, denn bei Frost können Zweige abbrechen und den Baum schädigen. Auch Regen und Schneefall eignen sich nicht zum Obstbaumschnitt, weil sich dadurch die Gefahr einer Infektion des Baumes erhöht.

Wer all dies beachtet braucht jetzt einfach ein bisschen Mut, um zur Astschere zu greifen und anzufangen. Ihr Obstbaum wird es Ihnen mit reichlich Obst im Herbst danken.

 

Der Boden – die dünne Haut der Erde

Kleingärten erhalten bedeutet Boden schützen. Warum? Kleingärten befinden sich größtenteils in urbanen Räumen – in Siedlungsgebieten also,  für die eine starke Bodenverdichtung, ein erheblicher Versiegelungsgrad und hohe Schadstoffeinträge typisch sind.

Kleingärten haben in solchen verdichteten Siedlungsräumen eine besondere Funktion, da der Boden auf kleingärtnerisch genutzten Flächen seinen ursprünglichen Funktionen als Wasserspeicher, Nahrungsquelle sowie Lebensraum für Tiere und Pflanzen gerecht wird.

Und nur dort kann er diesen Funktionen auch gerecht werden, nicht in Kisten, Kübeln, Fässern. Im Kleingarten wird Boden bearbeitet, um Pflanzen anzubauen mit dem Ziel, zu ernten und sich zu erholen. Zwar verliert der Boden durch die intensive und kontinuierliche Bearbeitung und Nutzung stark an Natürlichkeit, dafür besitzt er aber viele positive Eigenschaften, die ein gewachsener Boden, schon gar nicht in der Stadt, so nicht bieten kann. Sie werden als Bodenfruchtbarkeit zusammengefasst.

Kleingärtner sichern also nicht nur die Fruchtbarkeit des Bodens, sondern auch seine Leistungsfähigkeit als Lebensraum, Wasser- und Kohlenstoffspeicher nachhaltig. In Kleingärten lassen wir Platz zum Wachsen und erkennen den Wert von Böden. In Kleingärten nutzen und schützen wir die Klimafunktion der Böden. Mit Kleingärten begrenzen wir die Flächenversiegelung und tragen zum Wassermanagement bei. Mit  Kleingärten schützen wir Böden weitestgehend vor Belastungen. Wir – das sind  die Kleingärtner und Kleingärtnerinnen, Sie und ich. Kleingärten gehören zur grünen
Infrastruktur – sie machen Städte lebenswerter.

Peter Paschke, Präsident des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde
 

 

 

Wildbienen – unverzichtbare Liebesboten  der Natur
Es wird Herbst und das Summen der Wildbienen wird leiser. Auch wenn wir keine Mauerbienen, Scheren- oder Hosenbienen  mehr im Garten entdecken: sie sind trotzdem dort. An vielen Stellen können sich die Nestgänge von Wildbienen befinden: Zwei Drittel legen ihre Eier nämlich in unterirdischen, selbst gegrabenen Gängen ab. Andere Arten verstecken ihre Brut oberirdisch in bestehenden oder selbst geschaffenen Hohlräumen, meist in Pflanzenstengeln oder Totholz. Hier überdauern die Nachkommen die kalte Jahreszeit in einem Ruhestadium. Erst im nachfolgenden Frühjahr fliegen sie als die Bestäuberinsekten aus, die wir auf den Blüten bestaunen können.

Da Wildbienen meist Einzelgänger sind und die Weibchen alleine für den Nachwuchs sorgen, ist ihre kurze Lebensspanne von etwa einem Monat als flugfähiges Insekt besonders bedeutsam. Es muss schnell gehen, die 20 bis 60 Nachkommen in Brutkammern abzulegen und mit Pollen zu versorgen, bevor das eigene Leben zu Ende geht. Deshalb ist es so wichtig, ihnen während des engen Zeitfensters nektar- und vor allem pollenreiche, heimische Blütenvielfalt zu bieten.

Aber es geht nicht nur darum, die bedrohten Bienen zu füttern! Die Strategie der Blütenpflanzen, ihre Vermehrung mithilfe von Bestäubern zu sichern, die ihre Pollen von einer zur anderen Pflanze derselben Art tragen, funktioniert nur, wenn genügend Pflanzen und genügend Bienen gleichzeitig an einem Ort vorhanden sind. Im Verlauf ihrer langen gemeinsamen Entwicklung hat sich zwischen unseren heimischen Pflanzen und Tieren ein enges Beziehungsgeflecht entwickelt, das zu komplexen  Anpassungen geführt hat. Bestäuber wie die Wildbienen sind in diesem System dafür zuständig, dass sich die Pflanzen vermehren können. Die Pflanzen selber und die Früchte und Samen die sie bilden dienen wiederum als Nahrungsgrundlage fast aller Lebewesen, uns Menschen eingeschlossen. Deshalb ist es ungeheuer wichtig, die Pflanzenwelt vor unserer Haustür zu erhalten. Und gerade wir Gärtner können dazu eine Menge beitragen. Exotische Arten sind übrigens häufig nur für Honigbienen attraktiv und werden von Wildbienen links liegen gelassen.

Corinna Hölzer, Stiftung für Mensch und Umwelt

 

 

Koniferen - nein danke!
Nadelgehölze werden hierzulande ausschließlich wegen ihres Zierwertes kultiviert und passen in einen Heide- oder Waldgarten. Das Bild eines Kleingartens ist geprägt durch die gärtnerischeNutzung und durch die Abfolge der Vegetationsphasen (Austrieb, Wuchs, Blüte, Fruchten). Koniferen aber sehen das ganze Jahr über gleich aus (Ausnahme: Lärche). Sie sind bequem, weilsie sich nicht verändern. Aber genau das widerspricht dem Sinn des Nutzgartens. Die meisten im Handel angebotenen Nadelgehölze sind Jungpfl anzen. Die Angaben zu Wuchshöhe und -breite entsprechen oft nicht den realen Gegebenheiten, auch bei so genannten Zwergformen nicht. Die Ausmaße, die Koniferen in ein paar Jahren erreichen können, sind für Laien oft nicht vorstellbar. Die Pflanzen dominieren später ganze Gartenbereiche und werden in Kleingartenanlagenzum viel diskutierten Problem „Waldbäume“.
Für den Begriff „Waldbaum“ gibt es keine rechtsverbindliche Definition. Es sind Nadel- und Laubgehölze, die in den Wald, den Park oder in die freie Landschaft gehören. Sie werden für den Kleingarten viel zu groß und behindern ausgewachsen den Anbau von Gartenbauerzeugnissen.
Spätestens bei einem Pächterwechsel müssen solche Bäume gefällt werden. Und mal ehrlich: Thujen gehören auf den Friedhof – nicht in den Kleingarten.

Thuja ist giftig

Beim Umgang mit der Pflanze ist Vorsicht geboten: Der Lebensbaum bildet ein giftiges Öl, welches bei Berührung Hautirritationen verursachen und bei Verzehr sogar tödlich sein kann. Sorgfältiges Händewaschen nach dem Kontakt mit der Thuja ist also unbedingt anzuraten. Handschuhe beim Pflanzen und Schneiden sind ein Muss.

 

Gestalten mit Pflanzen

Oft bekommt man zu hören, im Kleingarten könne man seine Gestaltungswünsche nicht umsetzen. Tatsache ist: Ein kleiner Garten wird erst zu einem Kleingarten, wenn der Pächter auf mindestens einem Drittel der Fläche Obst und Gemüse anbaut. Das nennt man „kleingärtnerische Nutzung“ – und die lässt viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu als mancher glaubt.

Bäume, Sträucher und Klettergehölze bestimmen den Charakter eines Kleingartens und geben ihm das ganze Jahr über Struktur. Neben Obstgehölzen werden Ziergehölze wegen ihrer ästhetischen Wirkung und ihrer Langlebigkeit geschätzt. Sie bieten vielen Singvögeln Versteck- und Nistmöglichkeiten. Standortgerecht ausgewählt, brauchen Ziergehölze kaum Pflege. Mit einund mehrjährigen Kletterpflanzen an Gerüsten und Pergolen oder mit niedrigen Hecken lässt sich auch der kleinste Garten räumlich teilen und dadurch optisch vergrößern.

Stauden gehören in jeden Kleingarten. Selbst für schwierigste Standorte – feucht und schattig oder extrem trocken – lassen sich geeignete Stauden

fi nden. Mit Stauden können durch richtige Kompositionen stimmungsvolle Gartenbilder geschaffen werden. Ein Blick in die Nachbargärten zeigt, was in der Region am besten gedeiht. Das erspart manchen Fehlgriff und schont den Geldbeutel. Trotzdem gilt: Probieren geht über Studieren.

 

Der richtige Standort (Standortgerechter Anbau)

Der Standort des Kleingartens bestimmt mit seinen Parametern Boden, Klima und Lage, welches Obst und Gemüse dort gut gedeiht. Nicht jede Sorte ist für jeden Standort geeignet.

Klug handelt deshalb, wer nicht versucht, diese Parameter den Bedürfnissen der Wunschsorte anzupassen, sondern solche Sorten auswählt, die örtlich gut gedeihen. Nur wenige Obstarten eignen sich für alle Klimalagen. Äpfel können bei milden Wintertemperaturen bis auf Höhen von 600 Meter angebaut werden. Pfirsiche und Aprikosen erreichen nur an warmen Standorten (Weinbauklima) eine gute Fruchtqualität, außerdem leidet ihr Holz in strengen Wintern und Kirschen benötigen niederschlagsarme Sommer.

Auch bei Gemüse gilt: Nicht jede Art gedeiht in jeder Region. Spargel liebt sandigen Boden, der sich schnell erwärmt. Möhren wachsen auf schweren, nassen Böden verkrüppelt, man nennt das „Beinigkeit“. Artischocken und Melonen werden nur in warmen Gebieten Deutschlands zufriedenstellende Ernten bringen. Ein Blick in Nachbars Garten verrät in der Regel, was gut gedeiht und was nicht. In jedem Kleingärtnerverein steht ein Fachberater mit Rat und Tat zur Seite. Oft probiert er im Lehr- und Versuchsgarten aus, welche Arten und Sorten am Standort gut wachsen und gibt seine Empfehlungen weiter.

 

Gesundes Saat- und Pflanzgut (Sortenwahl)

Frust durch krankes, ungenießbares Obst und Gemüse aufgrund falscher Sortenwahl nimmt Anfängern oft die Lust am Gärtnern. Damit Krankheiten und Schädlingsbefall die Vorfreude auf die Ernte nicht schmälern, gilt es bereits bei der Sortenwahl, die richtige Entscheidung zu treffen. Dabei sollten nicht nur Geschmack und Aussehen, sondern vor allem das Verhalten einer Sorte gegenüber Krankheits- und Schädlingsbefall beachtet werden. Widerstandsfähige und robuste Sorten sind die erste Wahl.

Die meisten Obst- und Gemüsesorten aus dem Supermarkt sind für den Kleingarten völlig ungeeignet, da sie intensiven Pflanzenschutz benötigen. Für den Haus- und Kleingarten wurden viele gegen Krankheiten und Schädlinge tolerante und resistente Obstsorten gezüchtet. Beispiele sind bei Stachelbeere ‘Rokula’ (Mehltau), bei Pflaume ‘Jojo’ (Sharkavirus), bei Himbeere ‘Rumiloba’ (Himbeerblattlaus) oder bei Apfel ‘Remo’, ‘Rewena’, ‘Rebella’ (alle gegen Schorf,Mehltau, Feuerbrand).

Auch im Gemüsebau ist der Anbau toleranter und resistenter Sorten ein Schlüssel zum Erfolg.

Beispiele sind bei Blattsalat ‘Fiorella’ (Blattlaus), bei Tomate ‘Suso’ (Tomatenmosaikvirus, Verticillium, Fu sarium) oder bei Salatgurke ‘Akito’ (Falscher Mehltau).

 

Kulturen für Einsteiger

Den „Grünen Daumen“ kann man lernen. Sicherlich kann es anfangs den einen oder anderen Rückschlag geben, aber in der Regel bringen schon die ersten Versuche einen sehenswerten Ertrag. Die wichtigste Regel lautet: Nicht jede Pfl anzenart ist für Einsteiger geeignet. Das gilt nicht nur für Obst und Gemüse, sondern auch für Zierpfl anzen wie Sommerblumen, Stauden, Rosen oder Waldreben (Clematis). Arten und Sorten für Einsteiger müssen pflegeleicht, robust und widerstandsfähig sein. Sie sollten sicher wachsen, blühen und fruchten.

Pflegeleichte Gemüsearten sind Erbse, Möhre, Radieschen, Kürbis, Zucchini, Mangold, Pflücksalat, Zwiebel oder Zuckermais. Spargel, Artischocke, Brunnenkresse oder Melone sind nichts für Anfänger. Bei Beerenobst bringen vor allem Erdbeere, Brombeere, Stachel- und Johannisbeere schnell und sicher Erträge. Bei Äpfeln, Kirschen und Pfl aumen sollten widerstandsfähige Sorten gepflanzt werden. Pfirsiche gehören nicht unbedingt in Anfängerhände und auch Kamelien, Orchideen, exotische Lilien oder Nostalgie-Rosen sind eher etwas für Fortgeschrittene.

Noch ein Tipp: Lassen Sie sich nicht von den oft farbenfrohen Bildern der Kataloge verführen: Es gibt weder schwarze Rosen noch weiße Studentenblumen oder blaue Dahlien.

 

Boden und Bodenbearbeitung

So wie Köche ein fertiges Gericht als gar bezeichnen, spricht auch der Gärtner bei guter Erde von einem garen Boden. Garer Boden besitzt ein ideales Verhältnis zwischen Luft (25 Prozent)Wasser (25 Prozent) und Bodenbestandteilen (50 Prozent). Seine Krümelstruktur wird durch Bodenlebewesen stabilisiert; er ist nährstoffreich und locker. Garer Boden ist fruchtbar und ist die Voraussetzung für gute Erträge.

Der Boden kann je nach Art, Klima und geplanter Bepfl anzung verbessert werden. Schwere, verdichtete Böden werden durch Umgraben im Herbst und Frost gelockert: Die Schollen werden unzerkleinert liegen gelassen, und über Winter zerlegen die Eiskristalle den Boden in seine Einzelteile, was ihn durchlässig und feinkrümelig macht. So behandelte lehmige Böden können im Frühling rascher trocknen und sich schneller erwärmen.

Leichte Böden benötigen dagegen nur wenig Lockerung, etwa mit dem Sauzahn oder der Grabgabel.

Umgraben zerstört ihre natürliche Struktur und kann zu Austrocknung, Verschlämmung

und Verdichtung führen. Außerdem vermindert jede mechanische Bearbeitung des Bodens seinen Humusgehalt, weil die Bodenorganismen ihn dann verstärkt abbauen. Die Humusmenge im Boden kann durch Zufuhr organischer Substanz (z. B. Gründüngung) erhöht werden.

 

Kompostieren und Mulchen

Kompost ist der älteste Dünger der Welt. Er kann in jedem Kleingarten selbst gewonnen und verwendet werden. Richtig zerkleinert, vermischt und durchlüftet verrotten organische Materialien zu hochwertigem Dünger. Die richtige Zusammensetzung des Ausgangsmaterials bestimmt die Geschwindigkeit des Verrottungsprozesses und die Qualität des Kompostes.

Je besser die Mischung aus „grünen“ und „braunen“ Pfl anzenresten, umso besser wird der Kompost und somit die Düngekraft. „Grüne“ Pfl anzenreste enthalten viel Stickstoff. Kompostiergut sind z. B. samenfreie Unkräuter, Rasenschnitt, welke Blumen, Fallobst, Erntereste sowie pflanzliche Küchenabfälle. „Braune“ Pfl anzenreste liefern den Kohlenstoff für den Kompost.

Ausgangsmaterial ist gehäckselter Baum-, Hecken- und Strauchschnitt. Das Astmaterial wird getrennt von weichen Pfl anzenresten gesammelt, gelagert und bei Bedarf zerkleinert und untergemischt.

Mulchen ist eine Form der Bodenbedeckung mit totem Pflanzenmaterial, z. B. Ernterückständen, Stroh, Laub, Rasenschnitt und Häckselgut. Es gibt auch synthetische Mulchfolien. Mulchen gleicht Bodentemperatur und Wasserhaushalt aus, verhindert Bodenverkrustungen und Unkräuter, fördert das Bodenleben und schützt Früchte vor Schmutz, Nässe und Fäulnis.

 

Mischkultur und Fruchtfolge

Die Natur macht es uns vor – dort fi nden an einem Ort immer die Gewächse zusammen, die sich optimal ergänzen und den speziellen Bedingungen eines Standortes angepasst sind. Diese Pfl anzen sind gute Nachbarn. Eine solche vielseitige, harmonische Pfl anzengemeinschaft wird auch in der Mischkultur im Garten angestrebt.

Die verschiedenen Gewächse auf einem Beet sollen sich ober- und unterirdisch ergänzen und nicht bedrängen. Die Pfl anzen einer Mischkultur entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen und geben verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel ab. So entsteht ein Wechselspiel aus Geben und Nehmen. Wurzelausscheidungen und Düfte der Pfl anzen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Nachbarschaft.

Manche Gewächse gehen ein oder kümmern, wenn sie nacheinander wachsen sollen. Andere fördern sich gegenseitig. Werden Pfl anzenarten stets an gleicher Stelle im Garten kultiviert, leiden Pflanzengesundheit und Erträge, aber auch der Boden. Der Fachmann spricht von „Bodenmüdigkeit“.

Damit dies nicht geschieht, ist ein planvoller Wechsel beim Anbau vor allem von

Gemüse unabdingbar. Man nennt dies Fruchtfolge. Welche Arten nicht nacheinander angebaut werden sollen und wer sich gut verträgt, verrät der Fachberater im Kleingärtnerverein.